Neuroforschung der Medizinischen Fakultät der Universität Greifswald


2001 wurde an der Universitätsmedizin Greifswald zum ersten Mal ein Lehrstuhl Radiologie mit dem jetzigen Amtsinhaber und Antragsteller besetzt. Mit dem Bezug des Neubaus des Universitätsklinikums Greifswald im ersten Bauabschnitt, dem sogenannten Kopfhaus wurde der bisher allein zur Verfügung stehende 1,0 Tesla MR-Tomograph durch einen klinisch und wissenschaftlich genutzten 1,5 Tesla MR-Tomographen ersetzt. Eine zur Verfügung stehende W2-Professur Neurowissenschaften wurde mit Prof. Lotze als W2-Professor Funktionelle Bildgebung 2006 besetzt und 2007 wurde zur Unterstützung der klinischen und wissenschaftlichen Arbeit ein 3,0 Tesla MR-Tomograph im ersten Bauabschnitt in der Radiologie installiert. Die AG Funktionelle Bildgebung in der Radiologie arbeitet seit diesem Zeitpunkt erfolgreich und mit regelmäßiger Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.
Der Bereich wurde durch die Einrichtung einer W1-Juniorprofessur für experimentelle Radiologie aufgewertet. Die AG Funktionelle Bildgebung in der Radiologie ist thematisch insbesondere durch Arbeiten im Bereich Neuroplastizität, longitudinalen Therapiestudien im Bereich Restitution nach Schlaganfall und der Therapie chronischer Schmerzen erfolgreich. Aus diesen Themenbereichen erhält sie regelmäßige Förderung durch die DFG, das BMBF und durch verschiedene Stiftungen. Ein eingearbeiteter Informatiker (Dr. M. Domin) arbeitet seit Gründung der Arbeitsgruppe Funktionelle Bildgebung und steht unterstützend auch den anderen Arbeitsgruppen zur Verfügung. Sie kooperiert eng mit anderen nationalen und internationalen Forschungszentren im Bereich Schmerzforschung, Emotionsforschung und der Forschung zu Training und neuronaler Plastizität und erhält hierzu nationale und internationale Förderung.
Von großer Bedeutung ist die Kooperation mit der Greifswalder Rehabilitationsklinik des BDH (Bund der Hirngeschädigten). Über ein Aninstitut sind Rehabilitationsklinik und Universitätsmedizin Greifswald eng verknüpft. Leiter des Aninstituts, das seit Gründung der BDH-Klinik Greifswald die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit unterstützt, ist Prof. Thomas Platz, der Ärztliche Direktor Forschung der BDH Klinik Greifswald.
Die Klinik für Neurologie der Universitätsmedizin Greifswald wurde durch die Berufung von Professor Agnes Flöel als Direktorin gestärkt. Sie führt umfangreiche klinische und humanexperimentelle Forschungsvorhaben durch. Dabei spielt die MRT-basierte funktionelle und strukturelle Darstellung des Gehirns neben elektrophysiologischen Verfahren die entscheidende Rolle, um neurale Mechanismen vaskulärer, entzündlicher und neurodegenerativer Erkrankungen zu untersuchen, und die mögliche Wirkung präventiver und therapeutischer Verfahren auf Ebene der Gehirnstruktur und - netzwerke zu verstehen und damit weiterzuentwickeln. Inhaltlich stellen folgende Bereiche die Schwerpunkte dar: "Neurale Systeme im alternden und neurodegenerativ veränderten Gehirn", "Neuronale Korrelate therapie-induzierter Plastizität" sowie "Interaktion autoimmuner und neurodegenerativer Schäden" (MS, Autoimmunencephalitis). Methodisch erfolgte eine Konzentration auf Fortentwicklungen innnovativer Bildgebungstechniken wie neuer MR-Verfahren, beispielsweise Spektroskopie, Elastographie und die Kombination von nicht-invasiver Hirnstimulation mit Darstellung neuraler Aktivierung und neuronalen Netzen.
Alle Gruppen kooperieren eng auf dem Gebiet der Magnetstimulation, der nicht-invasiven elektrischen Stimulation und der funktionellen Bildgebung bei Fragestellungen der Neuro-Rehabilitation. 7.0 T Kleintier-MRT Bruker und der 3.0 T Forschunsgscanner Siemens VERIO werden von entsprechenden Core Units betrieben und den Wissenschaftlern zugänglich gemacht.