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» Cerebrale Repräsentation des Aufbisses

Bernd Kordaß, Rita Lickteig, Elisa Schenkenberger, Janina Dammann, Marius Ernst und Martin Lotze

Klinisch ist die Störung der Artikulation verbreitet aber über die cerebrale Repräsentation von physiologischer und pathologischer Kaufunktion gibt es bisher kaum Daten. In einer ersten Studie untersuchten wir deshalb die cerebrale Repräsentation des ungestörten Kauens beidseits und unilateral. Hier zeigte sich das die veränderte Lokalisation des Aufbisses (links, rechts oder bilateral) konstante Repräsentationsorte im primär sensomotorischen (S1M1) und sekundär somatosensorischen (S2) Cortex aktiviert. Insgesamt ist beim Kauen ein Netzwerk bestehend aus M1, S1, S2, dem premotorischen cortex (PMC), dem supplementär motorischen Areal (SMA), dem medialen cingulären Cortex, den bilateral anterioren Cerebellären Hemisphären und dem Kleinhirnwurm, der Insula, dem Orbitofrontalen Cortex and dem Thalamus aktiviert. Eine weitere Studie beschäftigt sich mit der veränderten Kaurepräsentation bei Gebrauch einer Beißschiene. Hierdurch wird die Intensität der Aktivierung vor allem in der kortikalen Repräsentation (S1, S1, M1) vermindert aber nicht in cerebellären Arealen. Aktuelle Untersuchung beschäftigen sich mit pathologischen Veränderungen der Kaufunktion.

DFG-Förderung ab 1.1.2017 des DFG Projekts LO 795/25-1 und KO 1598 6-1 mit dem Titel:
"Therapieinduzierte Veränderungen der cerebralen Repräsentation bei cranio-mandibulärer Dysfunktion" für 2 Jahre


Interessante Bücher zum Thema mit Beiträgen der Arbeitsgruppe:

Lotze M., Kordaß B, Schindler H.J. (2016) Kapitel 11: Zentralnervöse Repräsentation der Okklusionsschienentherapie – Untersuchungen mittels Funktioneller MRT; aus dem Buch: Konzept Okklusionsschiene; Ed: Schindler H.J.; Quintessenz Verlag.
Lotze, M. und Kordaß, B. (2015) Neurozerebrale Dimensionen des „Dentalen“ – Untersuchungen mit fMRT In: Das Dentale: Hrsg. Kordaß et al. Quintessenz Verlag, Berlin.
Kordaß, B., Lotze, M. (2013) Aufbiss, Zähne und Gehirn. In: Das Orale. Böhme H. & Slominski B. (Ed.) Wilhelm Fink Verlag, München.

Poster auf der FENS 7.2018 in Berlin:
"Changes in trait anxiety in patients with craniomandibular disorder (CMD) are associated with decrease in anterior insula fMRI-activation during occlusion"

von K. Klepzig, J. Dammann, E. Schenkenberger, B. Kordass, M. Lotze


Artikel zu Patientenstudien mit CMD:
Lickteig R.*, Lotze M.*, Kordass B. (2013) Successful therapy for temporomandibular pain alters anterior insula and cerebellar representations of occlusion. Cephalgia, 33(15):1248-57. * equal contribution
Lickteig R., Lotze M., Lucas C., Domin M., Kordass B. (2011) Changes in cortical activation in craniomandibular disorders during splint therapy – a single subject fMRI study. Annals of Anatomy, 194(2):212-5.
Deutscher Übersichtsartikel:
Kordass B., Lickteig R, Ruge S, Lotze M. (2014) Zur Wirkungsweise okklusaler Aufbissbehelfe - Untersuchungen mit kinematomographischen und elektromyo-graphischen Verfahren sowie funktionellem MRT (fMRT). Teratologie heute. Herausgeber: Fanghänel J, Behr M, Proff P. 155-163.
Grundlegende Publikationen zur Okklusion bei Gesunden:
Lotze M., Domin M., Kordass B. (2017) Symmetry of fMRI activation in the primary sensorimotor Cortex during unilateral chewing. Clinical Oral Investigations, 21(4):967-973.
Mihai PG., von Bohlen und Halbach O., Lotze M. (2013) Differentiation of cerebral representation of occlusion and swallowing with fMRI. Am J Physiol.304(10):G847-54.
Lotze M, Domin M, Lucas C, Kordass B (2012) The cerebral representation of temporomandibular joint occlusion and its alternation by occasional occlusal splints; Human Brain Mapping, 33(12):2984-93.