» Cerebrale Repräsentation des Kauens

Bernd Kordaß, Rita Lickteig, Martin Lotze

Klinisch ist die Störung der Artikulation verbreitet aber über die cerebrale Repräsentation von physiologischer und pathologischer Kaufunktion gibt es bisher kaum Daten. In einer ersten Studie untersuchten wir deshalb die cerebrale Repräsentation des ungestörten Kauens beidseits und unilateral. Hier zeigte sich das die veränderte Lokalisation des Aufbisses (links, rechts oder bilateral) konstante Repräsentationsorte im primär sensomotorischen (S1M1) und sekundär somatosensorischen (S2) Cortex aktiviert. Insgesamt ist beim Kauen ein Netzwerk bestehend aus M1, S1, S2, dem premotorischen cortex (PMC), dem supplementär motorischen Areal (SMA), dem medialen cingulären Cortex, den bilateral anterioren Cerebellären Hemisphären und dem Kleinhirnwurm, der Insula, dem Orbitofrontalen Cortex and dem Thalamus aktiviert. Eine weitere Studie beschäftigt sich mit der veränderten Kaurepräsentation bei Gebrauch einer Beißschiene. Hierdurch wird die Intensität der Aktivierung vor allem in der kortikalen Repräsentation (S1, S1, M1) vermindert aber nicht in cerebellären Arealen. Aktuelle Untersuchung beschäftigen sich mit pathologischen Veränderungen der Kaufunktion.

Literatur:
Lotze M, Lucas C, Domin M, Langner S, Kordass B (2011) The cerebral representation of temporomandibular joint occlusion and unilateral chewing. Advances of Anatomy and Embryology, in press.
Lotze M, Domin M, Lucas C, Kordass B (2011) The cerebral representation of temporomandibular joint occlusion and its alternation by occasional occlusal splints; Human Brain Mapping, in press.